Small logo of ETH main building ETH Zurich : Computer Science : Pervasive Computing : Distributed Systems : Education : DS SS2002

Fachseminar Verteilte Systeme SS2002:

Interaktion mit ubiquitären Umgebungen

Betreuer: Michael Rohs
Student: Mathias Walker

Abstract

Ein für das Gebiet der Verteilten Systeme in Zukunft wichtiges Anwendungsfeld sind ubiquitäre Umgebungen, in denen kleinste Computer als Bestandteil der stationären Infrastruktur, aber auch in mobilen physischen Objekten, unsichtbar in das alltägliche Umfeld des Menschen eingebettet sind. Diese in der Umgebung verteilten Computer sind mit Sensoren und verschiedenen Ein- und Ausgabemedien ausgestattet und können untereinander drahtlos kommunizieren. Ein Beispiel für ein Ausgabemedium ist ein Wandbildschirm, ein Beispiel für ein Eingabemedium ist die natürlichsprachliche Eingabe. Ein PDA, der die Interaktion mit Diensten in der Umgebung ermöglicht, vereinigt Ein- und Ausgabemedium. Eingebettete und drahtlos vernetzte Sensoren ermöglichen es, verschiedene Parameter automatisch zu erfassen und damit u.a. bestimmte Benutzereingaben überflüssig zu machen. Ziel ist es, eine sensitive Umgebung zu schaffen, die auf die Bedürfnisse und Anforderungen der "Benutzer" angemessen reagiert.

Beispiele für Ansätze ubiquitärer Umgebungen sind das "Cooltown" Projekt von Hewlett-Packard, das "Sentient Computing" Projekt von AT&T, verschiedene am Sony Interaction Laboratory durchgeführte Projekte, sowie das "Aura" Projekt der Carnegie Mellon University. In diesen Projekten werden verschiedene Technologien verwendet, um die Interaktion des Benutzers mit der Umgebung zu realisieren: Im "Cooltown" Projekt werden Objekte mit Infrarot-Beacons oder Barcodes versehen, die mit PDAs detektiert werden, um zugehörige Informationen anzuzeigen; im "Sentient Computing" Projekt werden durch die Position eines vom Benutzer getragenen "Bats" bestimmte Aktionen in der Umgebung auslöst; Sony hat ein "InfoPoint" genanntes Gerät entwickelt, mit dem "Cyber Codes" aufgespürt und damit verknüpfte Informationen in einem Head-Mounted-Display angezeigt werden können; "Aura" schliesslich nutzt Spracheingabe, um Kommandos an das System zu leiten.

In dieser Seminararbeit sollen die verschiedenen Interaktionsmöglichkeiten und -techniken, die sich in ubiquitären Umgebungen ergeben, beleuchtet werden. Insbesondere die Gemeinsamkeiten und zugrundeliegenden Prinzipien der verwendeten Technologien sollen identifiziert und herausgearbeitet werden. Die grundlegenden Interaktionsmuster sollen dann unabhängig von der konkret verwendeten Technologie beschrieben werden. Ausserdem soll geklärt werden, wie das System den Benutzer "wahrnimmt", wie Sensorinformationen in implizite Eingaben umgesetzt werden und wie Ausgaben auf die Umgebung verteilt werden. Weitere relevante Fragen sind z.B.: Wann kann explizite durch implizite Interaktion ersetzt werden? Wie wird eine ubiquitäre Umgebung vom Benutzer wahrgenommen? Ist dem Benutzer überhaupt bewusst, dass er mit einem Computersystem interagiert? Wie verändert sich das alltägliche Handeln in ubiquitären Umgebungen gegenüber "herkömmlichen" Umgebungen? Was ist der Mehrwert einer ubiquitären Umgebung gegenüber einer Umgebung ohne eingebettete Informationstechnik?

Slides: [.pdf]

Referenzen

ETH ZurichDistributed Systems Group
Last updated August 23 2010 01:53:51 PM MET sd